Dead  Venus

Female Fronted  Progressive Rock

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Reviews

METALINSIDE über das Konzert in der Met-Bar im April 2019...


Sanfte Klänge im Metal-Schuppen

Für einmal ging es in der Met-Bar ruhig und gemächlich zu und her. Angekündigt hatte sich der kanadische Songwriter und Singer Rob Moir, der wieder einmal Europa heimsuchte. Als erste Band aber waren Dead Venus aus Brugg angekündigt. Rob Moir zeigte sich offenbar sehr begeistert über das Stimmvolumen der Sängerin von Dead Venus und überliess den Haupt-Act dem Schweizer Trio.



Eine noble Geste, aber auch eine weise Entscheidung, denn Dead Venus hätten als Special Guests so dermassen eingeheizt, dass für Rob nicht allzu viel übrig geblieben wäre ...


Dead Venus

Wie schon angedeutet, hatte es Rob Moir vorgezogen vor Dead Venus zu spielen, was im Nachhinein betrachtet absolut die richtige Entscheidung war. Wer jetzt nicht weiss wer Dead Venus ist, muss sich nicht schämen, sollte sich aber den Namen unbedingt merken. Dead Venus ist das Solo-Projekt um Sängerin Seraina Telli. Die Aargauerin kennt man vielleicht eher von der Schweizer Metal Band Burning Witches, die zur Zeit international viel zu reden geben und in einigen europäischen Ländern Chart-Platzierungen für sich verbuchen konnten.

Die auffällige Schweizerin gilt als stimmgewaltig und ausgesprochen vielseitig. Kennt man die Dame vom Metal Bereich, so ist man grundsätzlich schon mal beeindruckt. Wie macht sie sich allerdings in einem anderen Genre? Auch hier gibt sich Telli keine Blösse und zeigt, dass ihr das Singen in die Wiege gelegt wurde. Den Stil von Dead Venus zu beschreiben ist nicht so einfach. Vorab muss man sich allerdings schon mal vom Metal verabschieden. Es sind viele Einflüsse, die den Sound von Dead Venus ausmachen und vielleicht ist es genau das, was es spannend macht. Es finden sich Rock-Elemente, Alternative-Rock, ein wenig Prog, aber auch Pop oder typische Songwriter-Teile. Einen Vollzeitgitarristen (oder natürlich eine Gitarristin) suchte man im Bühnenbild vergebens – den Job übernahm Telli gleich mal selber, wie auch den Job der Keyboarderin. Im Gegensatz zu Rob Moir, standen aber noch zwei weitere Musiker auf der Bühne, die zusammen mit der Bruggerin die Band Dead Venus formen.


Tellis Mitstreiter

André Gärtner und Mike Malloth sind wie Seraina Telli Profi-Musiker, was man sehr deutlich zu hören bekam. Das Trio, das ihren zweiten Auftritt überhaupt absolvierte, zeigte eindrücklich, dass man das Handwerk versteht. Drummer Malloth spielt sehr rock-orientiert, ja manchmal eher wie ein Metal Drummer, was dem Sound von Dead Venus rhythmisch zusätzlich anspruchsvoll macht. Mal 6/8 dann 7/8 dann wieder 5/8 – 0815 Musiker hätten wohl ihre Schwierigkeiten. Man spielte dies aber locker aus dem Ärmel und Bassist Gärtner zeigte eindrücklich, dass ein Bass mehr kann, als nur Boden schaffen. Zwar gibt es einige Passagen, wo ein(e) (Strom-)GitarristIn gut gepasst hätte, aber so wie die Instrumentierung ist, hat jeder der drei  Musiker viel Raum für sein individuelles Spiel und auch für eine persönliche Note.

Flankiert von Gärtner und Malloth, nahm Seraina Telli den Platz in der Mitte ein und wechselte munter zwischen Gitarre und Keyboard. Sie bewies eindrücklich, dass sie wesentlich mehr ist, als eine Rock-Röhre sondern auch an den Instrumenten eine gute Figur machen kann. Die schon angesprochene stimmliche Vielseitigkeit war allgegenwärtig und die Sängerin überzeugte mit einem grossen Range. Bei Burning Witches mag sie die Front-Hexe mit starkem Posing sein – bei Dead Venus ist sie bescheiden und zurückhaltend, ja manchmal fast ein wenig schüchtern. Überhaupt war es ein persönlicher und irgendwie familiärer Auftritt, der im Gegensatz zur Premiere in Baden, auch noch gut abgemischt war.


Das Fanzit

Wer offen für Neues ist und gerne auch mal sanftere Musik hört, ohne jedoch auf den musikalischen Anspruch verzichten will, der wird von Dead Venus reichlich bedient. Seraina Telli beweist wieder eindrücklich, dass sie zu den herausragendsten Sängerinnen der Schweiz gehört. Zudem beweist sie mit Dead Venus auch ihre kompositorischen Qualitäten. Ich werde ihr Solo-Projekt jedenfalls im Auge bzw. im Ohr behalten, so viel ist sicher. Vorab gab es schon mal die EP zu kaufen – das Album gibt’s dann im Sommer. Besonders gut gefallen hat mir übrigens der letzte Song im Set mit deutschem Text. Naja bei der Stimme könnte sie auch auf Suaheli singen und es wäre cool.


Daniel Baratte / Liane Paasila  22.04.2019